Weitere Atuelle Informationen zum Thema "ehemalige Heimkinder" finden Sie unter Informationen, unter Termine und unter Pressetexte

Am 26.11.2008
Zum Thema:
Ehemalige Heimkinder
Öffentliche
Beratung des Petitionsausschusses
des Deutschen Bundestages
in Berlin

Am 15.11.2008
2. Runder Tisch zur Fürsorgeerziehung
Landeserziehungsheim Glückstadt

in Kiel

Mittwoch 22. Oktober 2008

NDR 1 Radio

Bundestag will Nationale Konferenz für misshandelte Heimkinder einrichten

Der Deutsche Bundestag will nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen die Misshandlungen an ehemaligen Heimkindern umfassend aufklären.
In einer Nationalen Konferenz soll die "Fehlentwicklung in den Kinderheimen von 1945 bis 1975" aufgearbeitet werden - das erfuhr NDR 1 Niedersachsen aus Kreisen der Opferverbände.
Die Mitglieder des Bundestags-Petitionsausschusses sind sich demnach einig, den Opfern der Gewaltexzesse mit der Konferenz ein Forum zu geben, Bundestagspräsident Lammert will den Beschluss Ende November offiziell verkünden.
Die Konferenz soll Entschädigungszahlungen für die ehemaligen Heimkinder beraten, aber auch eine wissenschaftliche Erforschung der Heimunterbringung in der Nachkriegszeit in Auftrag geben. Zudem soll über Hilfen für bis heute traumatisierte ehemalige Heimkinder beraten werden.
Experten gehen von einer halben Million Kinder aus, die in bundesdeutschen Kinderheimen bis in die 70er Jahre hinein massiver auch sexueller Gewalt ausgeliefert waren oder zwangsweise arbeiten mussten.

Holger Bock
NDR 1 Niedersachsen Tel. 0511 988-2191

Sonntag, 5. Oktober 2008
18.00 Uhr
ZDF

ML Mona Lisa
mit Marina Ruperti
    
Gestohlene Jugend

Wie lange müssen ehemalige Heimkinder noch auf Entschädigung warten?

Senderinformation:

Keine Entschädigung für deutsche Heimkinder?

Prügel, Missbrauch, Sklavenarbeit - für viele Heimkinder gehörte die sogenannte "schwarze Pädagogik" bis in die 70er Jahre zum Alltag. Erstmals erkennt nun die Hannoversche Landeskirche ihr Leid an. Doch: Eine finanzielle Entschädigung kann noch Jahre auf sich warten lassen. Für viele Opfer ist es dann zu spät.

Pressekontakt: ZDF-Pressestelle Telefon:

06131 / 70 - 2120 oder 06131 / 70 - 2121


23.09.2008

Niedersächsisches Ministeriumfür Soziales, Frauen, Familie
und Gesundheit


Presseinformation Nr. 90


Sozialministerin Ross-Luttmann:

„Erlittenes Leid misshandelter Heimkinder muss auch halbes Jahrhundert später jede Anstrengung wert sein“

Betroffene können sich telefonisch und postalisch an das Sozialministerium wenden


HANNOVER. Anlässlich der bundesweiten Diskussion über in den fünfziger und sechziger Jahren misshandelte Heimkinder hat Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann heute Betroffene aufgefordert, sich mit detaillierten Informationen über erlittene Misshandlungen an das Sozialministerium zu wenden.
Ehemalige Heimbewohnerinnen und Heimbewohner können das Fachreferat Kinder- und Jugendhilfe des Niedersächsischen Sozialministeriums, unter der Telefonnummer

0511-120 3010

erreichen. Zuschriften sind auch an die Postadresse: Niedersächsisches Sozialministerium, Referat 301, Postfach 1 41, 30159 Hannover zu richten.

Sozialministerin Ross-Luttmann: „Wir sind um Aufklärung bemüht. Das erlittene Leid der Betroffenen rechtfertigt auch mehr als ein halbes Jahrhundert später noch jede Anstrengung. Dafür darf es nie zu spät sein.“

Gleichzeitig hat das Sozialministerium Akten aus dem Hauptstaatsarchiv angefordert, um festzustellen, ob und ggf. welche Misshandlungen in kirchlichen wie auch staatlichen Kinderheimen der 50er und 60er Jahre aktenkundig sind und wie Heimaufsichtsbehörden bei möglichen Verstößen reagiert haben.



Am 17. September 2008

sendete 3sat


Heimkinder – Der Weg des geringsten Widerstands


Gisela Tuchtenhagen
BRD 1986

Im Januar 1985 reisen vier Erzieher des Johannes-Petersen-Heims Hamburg zusammen mit 15 Jugendlichen in selbst ausgebauten Campingbussen nach Portugal. Sieben Monate lang wollen sie ihre Schützlinge – alle bisher massive Schulabbrecher und -verweigerer – an regelmäßigen Schulunterricht heranführen und auf den Hauptschulabschluss vorbereiten. Das ungewöhnliche Konzept und der Verzicht auf Bestrafung wurden sogleich Angriffsziel der konservativen Politik und Presse. Die Reisepädagogik ist für einige der Jugendlichen eine Zwangsmaßnahme, die teilweise heftige Auseinandersetzungen mit sich bringt. Voraussetzung für einen Erfolg der Maßnahme ist die Anerkennung der Veränderungswürdigkeit aller Beteiligten, sowohl der Kinder als auch der Pädagogen. Der Film beginnt mit der Rückkehr der Gruppe nach Hamburg im August 1985: In drei Tagen beginnt die Schule, in zwei Wochen steht die Prüfung für den Hauptschulabschluss an.

16.09.08

Diakonie richtet Hotline zu Misshandlungen in Heimen ein

Hannover (epd).

Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat eine Telefon-Hotline für die Opfer von Kindesmisshandlungen in Erziehungsheimen in der Nachkriegszeit geschaltet. Unter der Nummer

0511/3604-344

werktags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr

könnten sich ab sofort ehemalige Heimkinder melden, die ihre Geschichte erzählen wollten, teilte die Diakonie am Dienstag mit. Das Telefon sei werktags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr besetzt.
Mit ihrem Projekt "Gewalt und Unrecht in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre" erforscht die Diakonie zurzeit den Alltag in den Heimen der Nachkriegszeit. Ausgangspunkt waren Berichte ehemaliger Heimkinder über Misshandlungen, Erniedrigungen und wirtschaftliche Ausbeutung in konfessionellen und staatlichen Heimen. Am Montag war bekannt geworden, dass die Misshandlungen bis hin zu sexuellem Missbrauch reichten. Prügelstrafen und Schikanen seien in manchen Heimen an der Tagesordnung gewesen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2596/16.09.08)

NDR

15.September 2008

Gewalt in Kinderheimen
Autorin/Autor: Bock, Holger


Niedersachsen
Studie: Kinder in kirchlichen Heimen misshandelt

In den 50er- und 60er-Jahren ist es in kirchlichen Kinderheimen zu schweren Misshandlungen gekommen. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen belegt das eine Dokumentation, die von der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Hannover in Auftrag gegeben wurde. Der Studie zufolge sollen zahlreiche Kinder geschlagen, gedemütigt und sogar vergewaltigt worden sein. Außerdem seien die Heimkinder zu Arbeiten wie Torfstechen oder dem Straßenbau verpflichtet worden.
Diakonie: Übergriffe keine seltene Ausnahme
Der Direktor der Diakonie in Niedersachsen, Manfred Schwetje, räumte Misshandlungen in kirchlichen Heimen ein. "Es gibt die Situation, dass Übergriffe in einigen Heimen keine selte Ausnahme bildete", sagte er am Montag in Hannover. Wenn die Untersuchung abgeschlossen sei, solle über Hilfen für die Betroffenen entschieden werden. Diese erwarteten aber mehr als eine Entschuldigung. Die Caritas bezweifelte am Montag in einer ersten Reaktion eine Systematik der Gewalt in den kirchlichen Kinderheimen. Vielmehr seien die Erzieher dort durch die schlechten Voraussetzungen wahrscheinlich überfordert gewesen, so ein Caritas-Sprecher.
Erinnerungen unter Tränen
Der Verfasser der noch in Arbeit befindlichen Dokumentation, Hans Bauer, sagte, es habe sich nicht um bedauerliche Einzelfälle gehandelt, sondern um systematischen Missbrauch. Die schweren Misshandlungen seien zwar nicht von oben angeordnet, aber gängige Praxis gewesen. Ehemalige Zöglinge hätten ihm vom sexuellen Missbrauch durch das Personal der Einrichtungen berichtet, so der ehemalige Erziehungleiter. "Da vergingen sich Erzieherinnen an 13-jährigen Jungen und umgekehrt noch häufiger Erzieher an Mädchen. Da ist beides geschehen." Männer, die heute schon im Rentenalter seien, hätten ihm unter Tränen das ihnen zugefügte Leid geschildert. Jahrzehntelang hätten die Opfer aus Scham und der Angst davor, dass ihnen nicht geglaubt werde, geschwiegen.
Die Zahl der betroffenen Opfer soll in Niedersachsen bei rund 50.000 liegen. Experten schätzen, dass bundesweit rund eine halbe Million Kinder in kirchlichen Heimen misshandelt wurden. Dem Bericht von NDR 1 Niedersachsen zufolge ist die evangelisch-lutherische Landeskirche in Hannover eine der wenigen, die sich in dieser Frage der Vergangenheit stellt. Viele Betroffene hätten sich nie von dem Unrecht erholt.

Sendung anhören



8. September 2008
 ZDF infokanal
 
21:00 Uhr

 
In den Fängen der Fürsorge
Das Schicksal von Heimkindern der 60er Jahre
Reportage

Carola Koszinoffski und Günter Klefenz waren keine Einzelfälle. In den frühen Jahren der Bundesrepublik Deutschland waren tausende Kinder in den Fängen der Fürsorge...

Weitere Informationen hier

Am 26.August.2008

legte der

SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE LANDTAG

einen

Bericht der Landesregierung zur Unterbringung und Zwangsarbeit von Kindern und Jugendlichen in ehemaligen Heimen
der Landesfürsorgeerziehung vor.

Darin werden insbesondere die Bedingungen und Zustände im Landesführsorgeheim Glückstadt beschrieben. Dieser Bericht ist eine erste Reaktion auf den in der Sitzung am 17.07.2008 angenommen Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN sowie der Abgeordnetendes SSW (Drs. 16/2177).

Den Wortlaut des Berichtes finden Sie hier!

17.Juli.2008

Presseinformation der Landtagsfraktion
Schleswig Holstein

Wortlaut der Reden zur Debatte um die Vorgänge in ehemaligen Heimen der Landesfürsorgeerziehung

Den Wortlaut der einzelnen Reden finden Sie als PDF Datei in den Presseinformationen von

CDU - FDP - Die Grünen - SPD - SSW

Oder unter Pressetexte 2008 hier



16.Juli.2008

Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion
Schleswig-Holstein -
Kiel, 16. 07. 2008, Nr.: 201/2008

Sandra Redmann und Wolfgang Baasch:

Bedauern über Vorfälle im Fürsorgeheim Glückstadt


Zur Debatte um die Vorgänge in ehemaligen Heimen der Landesfürsorgeerziehung erklären die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sandra Redmann, und der sozialpolitische Sprecher Wolfgang Baasch:

Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht hat mit der Dokumentation ,,Runder Tisch mit ehemaligen Fürsorgezöglingen aus dem Landesfürsorgeheim Glückstadt" die Schicksale der ehemaligen Jugendlichen aufgegriffen und mit der Aufarbeitung der Akten und der Einsetzung eines Runden Tisches mit den Betroffenen ein wichtiges Zeichen ge-
setzt. Die SPD-Landtagsfraktion begrüßt dieses Vorgehen und regt an, diese Aktivitäten fortzusetzen und im Herbst einen Runden Tisch auch mit Mitgliedern des Petitionsausschusses des Bundestags einzuberufen. Denn das Kinderheim Glückstadt mit seiner ,,schwarzen Pädagogik" war kein Einzelfall; derartige Vorfälle hat es auch in anderen Bundesländern gegeben. Die Aufarbeitung in Schleswig-Holstein kann für diese Vorbild sein.

Das Handeln im Landesfürsorgeheim Glückstadt, das zum Ziel hatte, Jugendliche nicht aufzubauen, sondern zu brechen, kann heute nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Das Land sollte sich jedoch zu der politischen Verantwortung für die vollständige Aufarbeitung der damaligen Ereignisse bekennen.

Wir bedauern ausdrücklich, dass es zu diesen Schicksalen der ehemaligen Jugendlichen, die Misshandlungen, Demütigungen und Ausbeutung in dem damaligen Landesfürsorgeheim Glückstadt über sich ergehen lassen mussten, gekommen ist.

Herausgeber: Landeshaus
SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel
Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de
Verantwortlich:
Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de





Am Donnerstag 17. Juli 2008 16 Uhr
im
Schleswig-Holsteinischen Landtag:


Debatte zur Situation von Kindern und Jugendlichen in ehemaligen Heimen der Landesfürsorgeerziehung und zu den Folgen der dort praktizierten menschenverachtenden "Erziehungs" - und "Fürsorge" -Maßnahmen der Nachkriegszeit bis in die Siebziger Jahre





Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen

hat mit der Drucksache 16/2167 zu der in der
vom 16. bis zum 18. Juli 2008 stattgefundenen Plenarsitzung des
Schleswig-Holsteinischen Landtages


einen Antrag zur

Unterbringung und Zwangsarbeit von Kindern / Jugendlichen
in ehemaligen Heimen der Landesfürsorgeerziehung zur Entschließung eingebracht

In diesem Antrag wird der Landtag aufgefordert:

Die Landesfürsorgeerziehung in den 50er, 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts als "dunklen Fleck in Schleswig-Holsteins Geschichte" zu benennen.

Es soll eingestanden werden, dass über Jahrzehnte eine Verdrängung menschenrechtswidriger Zustände stattgefunden hat, so dass man sich auf diese Weise der Verantwortung gegenüber den Leiden der ehemaligen Heimzöglinge entzogen hat.

Auch wenn die damaligen menschenunwürdigen Zustände in den Heimen heute nicht ungeschehen gemacht werden können, soll sich der Landtag zu der politischen Verantwortung für die damaligen Ereignisse bekennen.

Der Landtag soll gegenüber den Opfern eine Bitte um Vergebung aussprechen, welche "die Zwangsverwahrung, menschenunwürdige Behandlung
und Zwangsarbeit" unmissverständlich als Unrecht benennt
.





Die Initiative mit einem "Runden Tisch" - das heisst in Gesprächen mit Betroffenen, wie sie durch den bemerkenswerten Einsatz von Herrn Otto Behnck angeregt, durch das Verständnis in die Problematik von der Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren in Schleswig-Holstein, Frau Dr. Gitta Trauernicht erstmalig in einem Bundesland ermöglicht wurden - die Tabuisierung des Themas zu durchbrechen, soll begrüßt werden und die erforderliche wissenschaftliche Aufarbeitung der ehemaligen Landesfürsorgeerziehung soll als notwendig bezeichnet und deren Finanzierung durch Stiftungsgelder akquiriert werden.

Die Arbeit, "die im Landesarchiv lagernden über 7000 Akten zu sichten und archivieren, um das gesamte Ausmaß der
Menschenrechtsverletzungen
offen zu legen" soll durch zusätzliche Mitarbeiter gewährleistet werden.

Ausserdem soll auch die Arbeit des Petitionsausschusses zum Thema ehemaliger Heimkinder, in der Hoffnung auf baldige Ergebnisse, begrüsst werden.

Es soll deutlich gemacht werden, dass der Landtag Schleswig-Holstein "eine bundeseinheitliche Entschädigungsregelung für die Opfer der Landesfürsorgeerziehung der 50er, 60er und 70er Jahre für sinnvoll und angemessen hält".

Die Landesregierung soll sich bemüht zeigen "insbesondere eine Berücksichtigung der stattgefundenen Zwangsarbeit auf Rentenanwartschaften und Rentenzahlungen der Opfer zügig voranzutreiben."






Für die Betroffenen bleibt nun zu hoffen, dass diese Initiative der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen auch von den Fraktionen der anderen im Landtag von Schleswig-Holstein vertretenen Parteien mitgetragen wird und dass sich baldmöglichst alle Parteien aller Landtage der Bundesrepublik Deutschland - bezogen auf das in den jeweiligen Bundesländern in der fraglichen Zeit in Fürsorgeeinrichtungen geschehene Unrecht - dem in Schleswig-Holstein eingebrachten Antrag anschließen!

Den Wortlaut des Antrages der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen - Drucksache 16/2167 Schleswig-Holsteinischer Landtag - finden Sie als Pdf-Datei hier


Dokumentation
Runder Tisch
mit ehemaligen Fürsorgezöglingen aus dem Landesfürsorgeheim Glückstadt

am 19. Januar 2008 im Landeshaus Kiel
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
des Landes Schleswig-Holstein
Universität Koblenz-Landau
Als Pdf-Datei hier



Knabenheim Westuffeln